Kurze Beschreibung Digitaler Burnout

Die Bezeichnung Digitaler Burnout beschreibt einen krankhaften Zustand als Folge unserer immensen Techniknutzung im Berufs- und Privatleben. Angelehnt an das Burnout-Syndrom als Reaktion auf dauerhaften Stress, geht es auch beim Digitalen Burnout um einen Zustand geistiger und seelischer Erschöpfung, um sinkende Produktivität und um das Gefühl der Überforderung. Diese Folgen resultieren aus einer antrainierten Aufmerksamkeitsstörung; eine andauernde Reizüberflutung und Konzentrationsstörung aufgrund der permanenten Techniknutzung, häufig sogar durch den parallelen Gebrauch verschiedener Endgeräte. Da heutige digitale Kommunikations- und Arbeitsmittel als Auslöser gelten, sind nicht nur einzelne Personen vom Digitalen Burnout betroffen; er sollte auch als gesamtgesellschaftliche Herausforderung verstanden werden.

Ausführliche Beschreibung Digitaler Burnout

Die Nutzung heutiger Kommunikationsmittel, besonders die der Smartphones, führen zu einer fragmentierten Arbeits- und Lebensweise. Der Begriff Digitaler Burnout wurde von dem IT-Professor Alexander Markowetz geprägt, der ihn als ein „psychosoziales Beben“ beschreibt, „das uns in eine kollektive Verhaltensstörung führt“ (Markowetz 2015:17). Als Homo Digitalis erlebten wir damit die negativen Nebenwirkungen der digitalen Revolution, also der vollständigen und permanenten Vernetzung unserer Welt, unseres Alltags und unseres Geistes mit dem Internet. Mit den Smartphones habe dies eine neue Stufe erreicht, so Markowetz. Der Informatiker analysierte in einem groß angelegten Projekt das Nutzerverhalten von mehreren tausend Smartphone-Usern und veröffentlichte wesentliche Erkenntnisse in seinem Buch „Digitaler Burnout – Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist“. Laut seinen Ergebnissen schalten wir ca. 88 Mal am Tag den Bildschirm des Smartphones an. Da es sich nur 35 Mal um geringfügige Unterbrechungen wie den Blick auf die Uhr handelt, verbringen im Schnitt insgesamt 2,5 Std. pro Tag mit Klicken, mit Nachrichten schreiben, mit Apps. Das bedeutet, wir werden im Schnitt alle 18 Minuten bei unserer eigentlichen Tätigkeit unterbrochen.

Digitaler Burnout: Unproduktiv und unglücklich

Ein produktives Arbeiten ist auf diese fragmentierte Weise nicht mehr möglich. Der so genannte Flow wird verhindert, der sich erst einstellt, wenn wir uns mindestens 15 Minuten lang mit ungestörter Konzentration einer Tätigkeit widmen. Dieser Flow ist jedoch nicht nur für die Produktivität unerlässlich, sondern vermittelt ebenfalls ein Gefühl von tiefer Zufriedenheit. Umso mehr Flow-Momente im Alltag zustande kommen, desto höher ist also das Wohlbefinden. Die hohe Nutzung der Smartphones verringert nicht nur aufgrund der ständigen Unterbrechungen die Produktivität und Zufriedenheit, sie nimmt uns auch wichtige Pausen, die der Erholung dienen und die früher z.B. in Form von Wartezeiten im Alltag von selbst stattgefunden haben. Die permanente Erreichbarkeit vermengt Berufs- und Privatleben, lenkt uns ab und stellt die Qualität der Freizeit in Frage. Das alles macht uns krank: Unaufmerksamkeit, Hektik, das Gefühl der Überforderung bis hin zum Zustand völliger geistiger, körperlicher und emotionaler Erschöpfung breiten sich aus. Des Weiteren gelten körperliche Beeinträchtigungen wie Nacken-, Schulter-, und Kopfschmerzen, bis hin zu gravierenden Krankheitsbildern wie Diabetes, Bluthochdruck und Herzinfarkt als Folgen der heutigen Smartphone-Nutzung.

Fazit für Unternehmen: Präventionsmaßnahmen gegen Digitalen Burnout

Für Arbeitgeber ist es sinnvoll, sich einer Herausforderung wie der des Digitalen Burnouts zu stellen, damit ihre Mitarbeiter langfristig gesund und produktiv bleiben. Arbeitsweisen wie Multitasking erweisen sich heute wissenschaftlich nachgewiesen als ineffizient, vielmehr setzen bereits viele Manager auf Achtsamkeits- und Meditationsübungen am Arbeitsplatz. Diese Ansätze müssen intensiviert und die Kommunikationsformen im Unternehmen an die heutigen Bedingungen angepasst werden. Eine hohe Flexibilität durch die Digitalisierung muss gegeben sein, gleichzeitig muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass Mitarbeiter nicht dem Druck der ständigen Erreichbarkeit ausgesetzt bleiben. Für Unternehmen gilt es also nicht nur präventiv vorzugehen, sondern auch etablierte Denk- und Arbeitsweisen langfristig zu verändern.

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